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Die Zukunft der Gästekommunikation?

07.04.2017 Walliser Bote

zermatt | Mit einer neuen Applikation will Zermatt seinen Gästen deren Aufenthalt vereinfachen. Die «tweebie»-App soll eine zeitnahe und personalisierte Kommunikation ermöglichen.

An der offiziellen Vorstellung am vergangenen Mittwoch in Zermatt scheuten es die Verantwortlichen nicht, ihre Applikation als eine bahnbrechende Innovation zu vermarkten. Entwickelt von «ipeakinfosystems», wurde sie gar als «die weltweit erste destinationsübergreifende Kommunikations- und Marketingplattform» umschrieben.

Doch was für Vorteile bringt die App, die für Smartphones und andere Touchgeräte verfügbar sein wird?

Alles in einem
Ein erster Vorzug der App besteht in der Kombination von verschiedensten Angeboten. So soll der Gast die Möglichkeit erhalten, über die Applikation alle relevanten Informationen über die Destination zu erhalten. Dazu gehören aktuelle Wettertrends, alle Fahrpläne der Seilbahnen und des ÖV sowie verschiedenste Aktivitäten und Öffnungszeiten. Die Hoteliers haben die Option, ihren Gästen eigene aktuelle Events zu präsentieren, so zum Beispiel saisonale Menüs oder ein Konzert im Restaurant. Über die Applikation können zudem verschiedenste Buchungen getätigt werden. Darunter Hotels, Skipässe, Restaurantplätze oder ein Massagetermin. Durch einen integrierten Messenger soll der Gast unkompliziert eine Nachricht an seinen Gastgeber senden können und zeitnah die nötige Information zurückerhalten.

Destinationsübergreifend
Zudem will «tweebie» neben Zermatt sogleich andere Destinationen in derselben Applilcation integrieren. Am Pilotprojekt machen neben dem Matterhorndorf auch Pontresina und Grindelwald mit sowie die Departemente Wirtschaft und Informatik der Hochschule Luzern. Weitere Regionen aus dem In- und Ausland würden aber bereits grosses Interesse zeigen und demnächst folgen, so der CEO von ipeaksystems, Raoul Julen. Für alle Gäste, die nicht jedes Jahr in den gleichen Tourismusort fahren, senkt das natürlich die «Kosten» des Downloads. Denn ein Problem von Smartphone-Apps ist, dass es sich für den Gast nicht lohnt, für ein verlängertes Wochenende extra auf seinem Handy etwas zu installieren. Wenn dies schweizweit funktioniert wird, kann der Gast jedoch mit den Destinationen verbunden bleiben.

Clevere Daten
Ein weiterer Punkt, den die Verantwortlichen als Vorteil betonen, sind die riesigen Mengen an Daten, welche die Tourismusbranche generiert. Bisher gebe es noch kein System, welches die Daten einer ganzen Tourismusregion sammelt, in geeigneter Form weiterverarbeitet und effizient nutzt. Durch «tweebie» entstehen personalisierte Daten, verbunden mit einem intelligenten Algorithmus soll der Gast in Zukunft die Informationen vorgeschlagen bekommen, die für ihn relevant sind. «Gute Vorschläge brauchen viele Daten, dafür müssen die Leistungsträger aber Zusammenarbeiten», meint Pascal Gebert, E-Marketingverantwortlicher von Zermatt Tourismus. Julen zeigt sich ebenfalls optimistisch: «Die App kann nicht von einem auf den anderen Moment angeschaltet werden und alles funktioniert. Es ist eine Reise.» Eine Reise ins Ungewisse. Ob und wie sich «tweebie» durchsetzen wird, ist schwierig abzuschätzen, denn die Digitalisierung hat das Tempo von Innovationen erhöht und Prognosen erschwert. mgo